Home » Allgemein, Familie

Babysitter

25 März 2009 1,138 views One Comment

Loslassen. Weggehen. Das fällt besonders jungen Mamis schwer. Schwere Fragen belasten: Was ist, wenn mein Kind schreit? Was ist wenn es sich nicht beruhigen lässt? Was ist, wenn es nicht trinkt, nicht einschlafen will?

Diffuse und begründete Ängste können Eltern ereilen, wenn sie das erste Mal ihr Kind in die Betreuung von anderen geben. Was können sie tun, um den ersten Abnabelungsprozess zu erleichtern? Wie können sie das Loslassen einüben? Und wie finden sie die richtige Betreuung für ihr Kind?

Früh übt sich. In der Stillphase ist es natürlich schwer, sein Baby allein zu lassen. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie ich einfach mal an einem Vormittag zum Friseur gehen wollte. Es war Samstag, mein ältester Sohn war gerade drei Monate alt, der Papa war zu Hause. Die ganze Friseuraktion dauerte länger als geplant, so saß ich unruhig auf meinem Stuhl, wusste ich doch, dass nach drei Stunden der Kleine wieder Hunger bekommen würde. Irgendwie harrte ich aus, und als ich endlich mit reichlich Verspätung zu Hause ankam, traf ich den Papa mit Söhnchen auf dem Arm an. „Ich habe ihm einfach etwas Fencheltee gemacht. Das hat ihn beruhigt.“ Selbst ist der Mann! - und ich schalt mich selber, dass ich nicht mehr Vertrauen hatte.

Loslassen muss gelernt werden. Am einfachsten lernt es sich, wenn man zunächst seinen Schützling in die Hände von Oma, der Patentante oder der besten Freundin gibt, jemanden zu dem man selber ein inniges Verhältnis hat, jemand, dem man vertraut. Doch dann lohnt es sich auf die Suche nach einer Babysitterin zu gehen, denn nicht immer stehen engen Freunde und Verwandte zur Verfügung.

Wie finde ich einen Babysitter und welche Fähigkeiten sollte er oder sie mitbringen?

Ich habe meine Babysitter auf unterschiedlichen Wege gefunden. Es waren die älteren Töchter von Bekannten, Empfehlungen aus der Krabbelgruppe oder der Nachbarschaft. Als meine Söhne im Kleinkindalter waren, kam ein 15-jähriges Mädchen zu uns, welche selber kleine Geschwister hatte. Sie war vertraut damit, Babys zu wickeln, Fläschchen geben, kleine Kinder zu Bett zubringen. Als die Jungs älter wurden, im Kindergarten- und Grundschulalter, kam ein 16-jähriger Junge zu uns. Er stammte aus einer kinderreichen Familien und hatte es „voll drauf“, wie meine Jungs zu sagen pflegten. Sie freuten sich immer wie die Schneekönige, wenn ich ankündigte, dass ich am Abend nicht zu Hause sein werde. Denn wenn ich weg war, war Zeit zum Raufen und Kämpfen, Toben, Quatsch machen. Es ging mit Sicherheit extrem wild zu – ich hatte auch nie wirklich das Bedürfnis im Detail zu erfahren, was gerade zu Hause passierte. Für die Jungs indessen waren es goldene Zeiten. Zu Bruch ist nie etwas gegangen. Ich denke ein wenig Vertrauen gehört einfach mit dazu.

Wer über Beziehungen keinen Babysitter findet, kann sich an das örtliche Jugendamt werden. Oft werden in den Städten Babysitterkurse veranstaltet und es existieren Dateien von Babysittern. Nachfragen lohnt sich. Des weiteren gibt es Online Datenbanken, die Hinweise zu Betreuern in der Nähe gibt.

Wichtig ist immer, das Kind und Babysitter sich erst einmal kennen lernen, wenn Mutter oder Vater noch zugegen ist. Ich habe alle unsere potenziellen Babysitter zunächst einmal für ein Stündchen zum Kennenlernen eingeladen. Sie sind gerne vorbeigekommen, bekamen eine Führung durch das Haus. Meine Söhne haben ihnen ihre Lieblingsspielsachen vorgeführt. Nach dem ersten Beschnuppern habe ich mich zurückgezogen und die Jungen mit dem zukünftigen Babysitter alleingelassen. Später habe ich mich wieder angeschlossen und sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, Zeit miteinander zu verbringen. Es herrschte stets auf beiden Seiten Zustimmung. Nur ein einziges Mal gab mir ein Mädchen einen Korb. Ich war natürlich spontan enttäuscht, fand es jedoch im nachhinein sehr ehrlich von ihr, und mir persönlich ist es eh lieber, jemand kommt ins Haus, der den Job gerne übernimmt.

Der ortsübliche Stundenlohn für Babysitter variiert zwischen 5 und 10 Euro. Ich habe unseren Babysittern tagsüber mehr gezahlt, weil ich finde, dass es dann anstrengender ist die Kinder zu betreuen, als abends, wenn die Betreuer oft nur vor dem Fernseher sitzen.

Wir haben stets die Handynummern für eventuelle Notfälle zu Hause gelassen. Gebraucht wurden diese bislang nie. Des weiteren gab es klare Absprachen darüber, wie lange die Kinder Fernsehen schauen oder Playstation spielen durften, wann sie ins Bett gehen mussten, ob noch eine CD gehört werden durfte. Ich habe den Babysittern mitgeteilt, was die Kinder gerne essen. Süßigkeiten wurden nach meinem Ermessen bereitgestellt. Falls ein Kind gerade Medikamente einnehmen musste, habe ich auch hier genaue Anweisungen gegeben. Darüber hinaus ist für den Babysitter hilfreich, wenn noch eine Checkliste bereitgestellt wird, die ihn über alle wichtigen Dinge informiert (Kinderarzt, Krankenhaus, …) und - es kann immer von Nutzen sein, dass der Babysitter weiß, wo sich wichtige Zugänge für z.B. Gas und Wasser befinden und wie man sie schließt.

Wer haftet eigentlich, wenn dann doch etwas passiert?

Wie bereits erwähnt, bei uns zu Hause ist noch nie etwas zu Bruch gegangen, aber dumme Zufälle gibt es, und wie schnell fällt einmal eine Vase hinunter oder ein Bild wird im Vorbeilaufen beschädigt. Der Babysitter haftet grundsätzlich mit seiner gesetzlichen Haftpflichtversicherung. Bei Minderjährigen tritt die Haftpflichtversicherung der Eltern in Kraft, aus diesem Grunde sollten Eltern sich das Einverständnis der Eltern des minderjährigen Babysitters holen. Sicher ist sicher.

Auch interessant ist, dass Babysitterkosten steuerlich abgesetzt werden können, vorausgesetzt sie sind über den Haushaltsscheck angemeldet. Ein Formular muss einmal im Monat ausgefüllt werden, darüber hinaus werden von der Knappschaft-Bahn-See die Sozialversicherungsabgaben, Unfallversicherung und Steuern dafür eingezogen. Das Verfahren ist wenig aufwendig, und kann sich lohnen, vor allem für die, die regelmäßig einen Babysitter einsetzen.

Im Netz gibt es noch viele Hinweise zum Thema Babysitter. Einige hilfreiche Internetseiten sind im folgenden zusammengestellt:

  • Familienhandbuch: Dieser Artikel behandelt praktisch alles Themen rund um den Babysitter.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading ... Loading ...

One Comment »

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.