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Bücherwürmer

9 März 2009 314 views No Comment

Lesen erscheint so einfach: Ein Blick; Wort und Sinn sind erfasst. Für Kinder dagegen stellt Lesen ein riesiger Lernschritt da. 26 Buchstaben werden nach ihren Lauten gelernt. Dann werden die einzelnen Laute zusammengezogen. Die Laute ergeben ein Wort, viele Worte ergeben einen Satz, dessen Sinn erfasst werden muss. Die Sätze ergeben einen Text, welcher eine Aussage hat.

Lesen ist mühevoll. Für manches Kind ist es richtige Schwerstarbeit und wird im schlimmsten Fall verweigert. Durch diese Anfangsschwierigkeiten empfinden manche keine Freude dabei, obwohl es ein wunderbarer Zeitvertreib sein kann, witzig, spannend und wissensbereichernd.

Die Hinführung zum Buch beginnt schon lange vor der Schulzeit. Viele Eltern kennen das: „Kannst du mir das Buch vorlesen?“ und vor ihnen steht der kleine Knirps mit dem Buch in der Hand, das sie bestimmt schon zwanzig- oder dreißigmal gelesen haben. Sie können es bereits auswendig rezitieren. Und dennoch, auch wenn diese kleine Bitte innere Qualen hervorruft, Eltern erweisen ihren Kleinsten einen ungeheuren Dienst: Sie öffnen ihrem Kind den Blick in die Welt der Bücher und lassen sie Schätze finden. Und ganz nebenbei erweitert Sohn oder Tochter seinen Sprachschatz, lernt ganze Sätze zu bilden, Fähigkeiten, die es sein ganzes Leben lang benötigen wird.

Für die Kinder ist es am schönsten, wenn das Vorlesen zu einem Ritual wird: Abends am Bett liest der Papa die Lieblingsgeschichte, oder nach dem Mittagessen Kuscheln auf der Couch und Mama liest aus dem Bilderbuch vor, einfach so zur Entspannung, bevor beide ein Nickerchen halten. Kinder lieben Rituale und diese Vorleseminuten nehmen sie als innige Zeit zwischen dem Erwachsenen und sich selber wahr. Schön ist es, wenn die Geschichten immer in einer gemütlichen Ecke vorgetragen werden. Mein jüngster Sohn hat beispielsweise eine Couch unter seinem Hochbett. An dem Bett haben wir eine Lichterkette befestigt. Ein heimeliger Ort, vor allem abends, wenn es schon dunkel ist.

Der Erstklässler freut sich, wenn er ein Wort lesen kann. Hören Sie geduldig zu, wenn Ihr Kind im Auto ein Wort auf dem Plakat vorliest. Loben Sie Ihr Kind dafür, auch wenn es diese Wort falsch ausspricht. Das Lob beflügelt und motiviert es beim nächsten Mal wieder zu versuchen.

Beim abendlichen Vorlesen können Sie sich von Ihrem Kind erst Buchstaben, später ganze Wörter vorlesen lassen. Irgendwann ist es der erste Satz auf der Seite, dann ein Abschnitt. Ich persönlich bin irgendwann dazu übergegangen, dass mein Sohn mit mir abwechselnd eine Seite vorgelesen hat, so konnten wir in einem steten Lesefluss ganze Bücher lesen. Die Freude, die Spannung an der Geschichte blieb erhalten.

Überfordern Sie Ihr Kind jedoch nicht. Nicht jeder Viertklässler ist begeistert von einem dicken Schmöker und freut sich über einen Harry Potter Band. Ich habe meinen Söhnen gezielt Bücher geschenkt, die ihrem Lesealter entsprachen. Geschichten die ihnen zu sagten, die sie auch inhaltlich interessierte: Der eine Sohn hatte eine Vorliebe für Erzählungen über erste Liebe und Freundschaft, während der andere diese total ablehnte und Kinder-Krimis bevorzugte. Toll fanden meine Jungs auch immer Bücher, in denen sie selber zu Detektiven wurden und Rätsel am Ende eines Kapitels lösen mussten. Die Buchverlage bedienen sich hierbei mit Codekarten, wie z.B. “Kommissar Kugelblitz” von Ursel Scheffler und das “Tigerteam” von Thomas Brezina. Dies sind Plastikkarten, welche man über die chiffrierte Lösung hält um sie dann zu entziffern.

Angespornt haben meine Söhne Leseurkunden, die von der Klassenlehrerin verteilt worden. Die Eltern trugen in eine Liste ein, wie viele Minuten die Schüler zu Hause gelesen haben. Waren die 200 Minuten erreicht, gab es in der Schule eine Urkunde zum Lesekönig.

Doch woher nimmt man am besten den Lesestoff, denn Bücher können teuer sein? Sie müssen nicht immer neu sein:

  • Die meisten Schulen verfügen heute über gut sortierte Büchereien. Manchmal veranstalten sie sogar kleine Lesewettbewerbe, die den Leseanreiz erhöhen. Auch finden sich in vielen Städten, kirchliche oder kommunale Bibliotheken.
  • Des weiteren kann man viele gute Bücher auf Trödelmärkten erstehen.
  • Darüberhinaus sind Ebay, sowie der Marktplatz bei Amazon eine wahre Fundgrube. Hier findet man Remittenden oder gebrauchte, gut erhalten Bücher preiswert.

Ach ja: Den größten Anreiz stellen allerdings die erwachsenen Leseratten da. Wenn Sie selber eher zu einem Buch als zu der Fernsteuerung greifen, haben Sie die wichtigste Vorbildfunktion inne.

Hilfreiche Links:

http://www.buecherkinder.de/

http://www.antolin.de/

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