Kein Stress mehr mit Hausaufgaben
Tag aus, Tag ein Stress wegen der Hausaufgaben, wer kennt das nicht?
Viele Eltern stöhnen: “Wenn wir die Hausaufgaben hinter aus gebracht haben, dann bin ich richtig fertig mit den Nerven.” Wobei es schon merkwürdig anmutet, dass Eltern von “wir” sprechen, wenn Sohn oder Tochter die Hausaufgaben erledigen muss. Und die vielen Tränen, die dabei fließen. Wie oft wird geschimpft und gemeckert? Am Ende bleibt Frustration auf beiden Seiten. Dabei ist das Ziel der Hausaufgaben, nachzuarbeiten, sich selber zu trainiern, sicherer zu werden und vor allem die aufgetragenen Aufgaben selbständig zu lösen.
Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Oft rutschen Eltern und Kind in ein Abhängigkeitsverhältnis hinein, welches ganz ungesund für beide Seiten ist. Das Kind kommt in die Schule, bekommt seine ersten Hausaufgaben auf und erledigt sie am Ess- oder Küchentisch. Die Mutter interessiert sich natürlich dafür, setzt sich daneben, beide unterhalten sich nett und das Kind genießt Lob und Nähe der Mutter. Den Eltern ist es in der folgenden Zeit selbstverständlich wichtig, dass ihr Kind von Anfang gute Leistungen in der Schule bringt, und deswegen bleibt die Mutter auch in Zukunft neben dem eigenen Filius sitzen. Die Hausaufgaben werden zur gemeinsamen Sache. Irgendwann trägt das Kind die Erwartung in sich: “Mama sitzt neben mir, wenn ich meine Hausaufgaben erledige. Dann bin ich auch nicht alleine, und es ist einfach schöner!” Das Kind genießt das wachende Auge eines Erwachsenen, welches ihn vor Fehlern bewahrt, während die Mutter den Eindruck hat, sie wird dem nun beginnenden Leistungsdruck gegenüber ihrem Kind gerecht.
Dabei sollten die Hausaufgaben eine Eigenleistung des Kindes sein und nicht das gemeinsame Werk von Mutter und Kind.
Doch wie macht man es richtig? Am besten von Anfang an! Wenn Ihr Kind noch nicht die Selbständigkeit besitzt, die Hausaufgaben alleine zu erledigen, können Sie ihm Schritt für Schritt auf dem Weg helfen.
- Fragen Sie als erstes Ihr Kind, was es denn auf hat, bzw. lassen sie sich von ihm das Hausaufgabenheft zeigen. Achtung: Schauen Sie nicht selber nach, sondern lassen Sie Ihr Kind nachdenken und nachschauen.
- Lassen Sie Ihr Kind die notwendigen Schulsachen selber aus dem Ranzen holen. Legen Sie ihm nicht alles griffbereit hin, sondern lassen Sie es selber darüber nachdenken, welche Materialien notwendig sind. Manchmal muss es dreimal laufen.
- Lassen Sie sich von Ihrem Kind die Aufgabenstellung vorlesen. Wichtig ist an dieser Stelle, dass nicht Sie Ihrem Kind schon sagen, was es zu tun hat, denn auch in der Schule muss es sich die Aufgabenstellung selber erarbeiten.
- Fragen Sie im nächsten Schritt Ihr Kind: “Was sollst du tun?” und lassen Sie sich Schritt für Schritt von Ihrem Kind erklären, auf welchen Weg es diese Aufgabe löst. Wenn Ihr Kind Ihnen die Aufgabe erklären kann, hat es die Aufgabenstellung verinnerlicht. Das ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Es kann die Aufgabe nun selbständig lösen.
- Ganz wichtig: Loben Sie Ihr Kind für jeden kleinen Schritt, den es richtig erklärt. Lob beflügelt und motiviert.
- Setzen Sie einen Anfangspunkt und sagen: “Gut, jetzt kannst du anfangen!”
- Dann ziehen Sie sich zurück, am besten ist es, wenn Sie ganz den Raum verlassen und Ihr Kind mit der Hausaufgabensituation allein lassen.
- Fall sich Ihr Kind total damit überfordert fühlt, alles auf einmal allein zu machen, können Sie kleine Schritte mit ihm vereinbaren. Kommen Sie wieder, wenn z.B. ein Päckchen gerechnet wurde, oder kommen Sie nach einer verabredeten Zeit z.B. 10 Minuten wieder. Viele individuelle Lösungen sind möglich.
- Kontrollieren Sie zum Schluss die Hausaufgaben. Gemachte Fehler sind nicht schlimm. Betonen Sie die Eigenleistung des Kindes. “Toll, das du das alles geschafft hast.” Wenn Fehler darunter sind, machen sie ein kleines Pünktchen darunter und ermuntern Sie Ihr Kind an dieser Stelle noch einmal nach zu schauen.
- Am Ende sollten Sie Ihr Kind auf jeden Fall noch einmal loben, für die starke Leistung die es heute erbracht hat. Es hat die Hausaufgaben alleine erledigt.










Danke für die Tipps. Ein paar Sachen waren mir so nicht bewusst. Das hat mir sehr geholfen.
Gern geschehen. Und wenn es sogar etwas hilft, freut es mich um so mehr.
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