Ich hab’ frei! Und nun?
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich nach fünf Jahren jeden Tag Kinderhüten auf einmal vormittags frei hatte, weil meine beiden Söhne, damals drei und fünf Jahre alt, im Kindergarten waren. Ich saß an meinem Schreibtisch schaute aus dem Fenster, wusste gar nicht recht, wir mir geschah, und dachte nur: “Und nun? Toll, ich habe frei und weiß vor Schreck gar nicht, was ich machen soll.” Beschäftigt, wie ich die ganze Zeit über gewesen bin, hatte ich total vergessen, was mich selber interessierte.
Als ich meiner Freundin, sie ist selber Mutter von zwei Jungs, von diesem doch sehr merkwürdigen Erlebnis erzählte, schmunzelte sie: “Das kenn ich. Da ist auf einmal diese Freiheit, die erst einmal gefüllt werden muss. Weißt du, was ich habe?” Und dann öffnete sie ihren hübschen Kalender. “Schau mal hier. Ich habe eine Liste von Dingen, die ich gerne machen möchte. Lauter Dinge, die mir gut tun, die mir Spaß machen.” Es war eine herrliche Liste. Sie begann mit die Zeitschrift “Brigitte” lesen. Es folgten: In einer Buchhandlung nach einem neuen Bestseller schauen, mit einer Freundin ins Cafe gehen, Deko basteln, Klavier spielen, CD’s hören.
Eine wahrlich nette Idee, denn wann immer sie sich gestresst fühlte und eigentlich eine Auszeit daher sehnte, klappte sie ihr Büchlein auf und schrieb ihren Wunsch nieder. Beizeiten konnte sie sich dann selber beglücken.











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