Oft ganz schwierig - das Eltern-Lehrer-Gespräch
Mussten Sie schon einmal ein Gespräch mit dem Lehrer Ihres Kinders führen? Bestimmt. Dann wissen Sie auch, dass das nicht immer ein heiteres Vergnügen ist. Manchmal kann es wirklich bitter sein. Ganz besonders dann, wenn Sie nicht selber das Gespräch suchten, sondern weil Sie geladen wurden, weil der eigene Sohn, die eigene Tochter gerade massive Probleme bereitet.
Aber es gibt einige Tipps, wie auch Sie den Gang zum Pauker gut bestehen können.
Als erstes sollten Sie sich die Situation bewusst machen. Lehrer bringen oft nur eine begrenzte Zeit mit ins Gespräch. 30 bis 45 Minuten sind die Regel, von daher ist es sehr hilfreich, wenn Sie sich vorher schon darüber Gedanken machen, welche Fragen, welche Anliegen Sie gerne loswerden möchten. Besprechen sie sich mit Ihrem Ehepartner, zwei Köpfe haben haben manchmal unterschiedliche Meinungen, das erweitert den eigenen Blickwinkel.
Oft treten Lehrer an Eltern heran und bitten um Unterstützung, weil die Leistungen des Kindes schlecht sind und es noch viel üben und trainieren muss. Machen Sie sich vorher schon Gedanken darüber, was Sie bereit sind an Zeit zu opfern. “Ich kann mein Kind nicht unterstützen, weil ich den ganzen Tag arbeite,” als einziges Statement, ist hier wenig hilfreich. Vielleicht gibt es eine Oma oder einen Opa, die gerne ihren Enkel in ein Nachhilfezentrum bringt. Vielleicht können Sie auch regelmäßig am Wochenende ein oder zwei Stunden zur Verfügung zu stellen.
Lehrer der Primarstufe müssen Förderpläne für Kinder erstellen, insbesondere dann, wenn sich Schulschwierigkeiten auftun. Hier sind aber alle, die sich mit dem Kind beschäftigen, gefragt: Der Lehrer muss aufzeigen, wie er Ihr Kind in der Schule fördern möchte, die Palette reicht hier von den allgemeinen Lernzielen, welche die ganze Klasse betreffen, über kleine Fördergruppen zu individuellen Aufgabenstellungen für Ihr Kind. Gefragt wird aber auch, nach Ihren Möglichkeiten als Eltern. Vielleicht wird mit Ihnen abgesprochen, dass Sie Ihr Kind täglich 10 Minuten dazu anleiten sollen, an einem bestimmen Lernprogramm zu arbeiten. Oder Lehrer raten zu Nachhilfezentren, Instituten wie Memory. Oft kennen sie die Kontaktpersonen, welches die Kontaktaufnahme für Sie erleichtert. Auch zur Kostenübernahme z.B. von Seiten des Jugendamtes kann die Schule Ihnen Tipps geben. Gerade bei finanziellen Engpässen gibt es Möglichkeiten.
Sollte der Lehrer Ihnen nahe legen ein Erziehungsberatung aufzusuchen, bedeutet das nicht, dass Sie schlechte Eltern wären. Im Gegenteil, Sie verhalten sich weise, wenn Sie Hilfe von außen annehmen. Manchmal ist man als Eltern betriebsblind und es hilft einfach, wenn jemand anderes auf Ihre familiäre Situation schaut.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Dem Lehrer Ratschläge machen, wie er denn die Klasse zu führen hätte - das kommt gar nicht gut an und greift den Lehrer in seiner Kompetenz an. Der Lehrer ist in der Klasse anwesend. Er kennt die gruppendynamischen Prozesse, weiß wie die Schüler ticken. Oft ist in der Realität alles ganz anders als in unserer elterlichen Wahrnehmung. Was Sie jedoch dem Lehrer immer sagen sollten, ist, dass Sie den Eindruck haben, die Schüler nehmen Androhungen nicht ernst. Sie verhallen nur. Das kann eine wertvolle Kenntnis sein.
Und noch etwas: Auch Lehrern fällt das Gespräch mit den Eltern schwer. Sie machen sich viele Gedanken darüber, wie Sie Ihnen die Probleme nahe bringen sollen, aber auch wie sie Sie dazu holen können. Sie brauchen Sie als Kooperationspartner für Ihr Kind.
Wenn Sie beide zusammen arbeiten, dann kann das Beste für Ihr Kind dabei herauskommen.











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