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Oma und Opa

4 Februar 2009 898 views No Comment

Meine Schwester und ich lauschten vor einiger Zeit einem Vortrag unserer Mutter. Ihr Thema: Die verschiedenen Rollen, die wir als Frauen einnehmen. Sie erzählte von der Zeit als ihre Töchter schwanger waren, von den Gedanken, die sie beschäftigten. Sie fragte sich unter anderem, welche Rolle sie für ihre Enkelkinder einnehmen möchte. Auf keinem Fall wollte sie die Oma sein, die ihren Enkeln jedes Mal Süßigkeiten zusteckte, wenn sie sie besuchte, so wie ihre eigene Mutter es mit ihren Töchtern gehalten hatte. Nein, sie wollte sich nicht reduzieren lassen auf die Oma mit den Gummibären in der Tasche. Meine Schwester schaute mich entgeistert an: “Ach, deswegen bringt sie den Kindern nie etwas Süßes mit.” Ich musste herzhaft lachen.

Die Bedeutung von Omas und Opas bei uns in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Manche Kinder treffen ihre Großeltern sporadisch, wenn es ein familiäres Ereignis zu feiern gibt. Die anderen sehen die Großeltern in regelmäßigen Abstanden, es gibt einen Tag in der Woche, der den Großeltern reserviert ist. Und wieder andere Omas und Opas übernehmen sogar die tägliche Betreuung der Enkel, damit es Sohn und Tochter möglich ist,  ihrem Beruf nach zugehen. Die Beziehung zu den Großeltern wird also ganz unterschiedlich gelebt.

Aber allen gemeinsam ist, dass sie sich mit einander arrangieren müssen. Werte, Vorstellungen haben sich über die Generationen hinweg verändert. Und dennoch müssen sie miteinander auskommen. Den einen Familien fällt dies leicht, den anderen schwerer. Es gibt einige Verhaltensregeln, die das Zusammenleben harmonischer gestalten.

Reden. Das miteinander Reden ist wohl der wichtigste Punkt. Oft reden wir viel zu wenig miteinander. Den oberflächlichen Austausch über anstehende Dinge bekommen wir noch hin. Das Erzählen von Krankheiten, Kindergarten oder Kindergeburtstagen. Aber wie sieht es auch mit den Dingen, die einen persönlich treffen, z.B. wenn der Sohn sich bockig verhält. Vielleicht hat Opa, der den Sohn auch betreut ähnliche Erfahrugen gemacht, kann Rat geben oder wünscht sich Hilfestellungen. Im Gespräch liegt die Chance es in Zukunft anders, besser zu machen.

Ehrlich sein: Es hilft den Eltern nichts, wenn sich Oma und Opa zu den Enkeln bemühen, damit sie arbeiten können, indessen fühlen sich die Großeltern überfordert, weil die ganze Aktion ihre Kräfte übersteigt . Großeltern sollten sich nicht genötigt fühlen, derartige Dienste zu übernehmen, sie sollten die Freiheit haben, ein NEIN auszusprechen. Es gibt oft noch Alternativen. Und - es ist für alle Parteien erquickender, wenn sie die gemeinsame Zeit wirklich miteinander genießen können.

Klare Absprachen. Das ist ein sehr schwieriger Punkt. Großeltern haben ihre Kinder großgezogen und verfügen natürlich über einen eigenen Erfahrungsschatz. Dennoch, wenn es im eigenen Haus klare Regeln im Umgang mit den Kindern gibt, sollten die auch ausgesprochen werden. Wer nicht möchte, dass seine Kinder so viel Fernsehen mit Oma und Opa schauen, weil es nun mal diese Regel gibt: “Am Nachmittag schauen wir kein Fernsehen, frühestens um 19.00 Uhr.”, sollte auch die Freiheit besitzen, dies seinen Eltern mitzuteilen.

Zugeständnisse machen. Omas und Opas wollen ihre kleinen Enkel einfach mal verwöhnen. Dagegen spricht doch auch nichts. Sind es nicht viel mehr diese besonderen Augenblicke, die man später in Erinnerung behält? Meine Söhne werden ihren Opa unter anderem als den in Erinnerung behalten, der mit ihnen ab und an mal zu dieser großen bekannten Fast-Food-Kette fährt. Die Jungs lieben es.

Wertschätzen. Omas und Opas übernehmen oft die Betreuung ihrer Enkel, einfach weil es ihnen Freude macht. Das ist auch gut so, liegt darin doch ein großer Zeit- und Kraftgewinn für die Eltern: Endlich einmal relaxt beim Friseur sich einen neue Frisur machen lassen, einen romantischen Abend mit dem Partner genießen oder gar ein Wochenende alleine ohne Kinder verbringen. Es ist toll, wenn die eigenen Eltern auch im Alter vieles ermöglichen, aber es ist alles andere als selbstverständlich. Und deswegen gebührt ihnen der Dank.

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