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Teens im Alkoholrausch

24 August 2009 928 views No Comment

Eine Clique zwölfjähriger Mädchen steht vor der Haustür. Sie feiern gerade eine Fete und dabei darf eins nicht fehlen. Die Schampusflasche. Die Mädchen gröhlen als eine von ihnen die Flasche schüttelt und dann mit einem großen Knall den Korken fliegen lässt. Die süße Brause spritzt in alle Richtungen. Die Haare mancher Mädchen triefen, T-Shirts werden nass - sehr zur Freude der Jungs, die dem Treiben neugierig zu schauen. Ich gehe zu ihnen hin, lasse mir die Flasche zeigen: Es ist nur alkoholfreier Sekt. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen. Aber ich kann es nicht, denn ich weiß, dass sie nur hier in der Öffentlichkeit die Finger vom richtigen Alkohol lassen. Knallende Korken sind cool, - aber noch cooler ist es im Geheimen richtigen Asti-Spumante zu trinken, Alkopops oder besser noch Wodka.

Die Berliner Fachstelle für Suchtprävention hat heute ihre Studie “Jugendliche-Alkohol-Hintergründe” vorgestellt. Jugendliche im Alter zwischen 11 und 27 Jahren aus Berlin gaben Auskunft über ihren eigenen Alkoholkonsum.

Ergebnisse aus dieser Studie:

  • Zwischen 12 und 15 Jahren konsumieren Jugendliche das erste Mal Alkohol, obwohl es illegal ist.
  • Sie bekommen den Alkohol von Freunden, Eltern, Verwandten oder kauften ihn selber im Handel.
  • Die Mehrheit der befragten 14-jährigen gab an schon einmal betrunken gewesen zu sein.
  • Am häufigsten trinken sie Alkohol auf Partys und bei Konzerten.
  • Nach Einschätzung der Jugendlichen werden die Jungen nach dem Konsum von Alkohl eher aggressiv, die Mädchen lassen sich gehen.

Was für Schlüsse lassen sich aus den Ergebnissen dieser Studie ziehen?

Zunächst einmal kommen Jugendliche immer noch viel zu leicht an Alkohol heran, obwohl es eindeutige Regelungen im Jugendschutzgesetz gibt. Erwachsene  - allen voran die Eltern und die im Handel - müssen stärker Vorbild sein und ihre Verantwortung wahrnehmen. Dabei sollten sie einen Leitfaden an die Hand bekommen, wie sie konstruktiv ein Gespräch mit ihren Kindern über Alkoholkonsum führen können. Und die Weitergabe von Alkohol an unter 18 jährige sollte stärker geahndet werden.

Darüber hinaus gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, dass Jugendliche heute oft nicht mehr wissen, wie sie feiern können ohne betrunken zu sein. Bei der Partyplanung geht es mehr darum wie sie sich den Kopf zu ballern können, als wie sie die Zeit gemeinsam verbringen können mit Tanzen, guten Gesprächen, Spielen und leckerem Essen. Auch empfinden viele Jugendliche ihren Alltag als sehr stressig, Leistung fordernd, so dass sie gerne in die Leichtigkeit des Alkoholkonsums fliehen, um ihre Schulschwierigkeiten zu vergessen. Zu Konsumieren ist leichter, als sich aktiv, planend damit auseinandersetzen. Oder aber sie empfinden pure Langeweile, die sie im Alkohol versuchen zu ertränken.

Gründe gibt es unterschiedliche für den vermehrten Alkoholkonsum - und wir Erwachsene erweisen unseren Schützlingen einen Dienst, wenn wir im Gespräch mit ihnen ergründen, warum sie Alkohol trinken, was ihre Beweggründe sind und ob der Konsum ihnen weiterhilft.

Aber möglichst ohne direkt den Zeigefinger zu erheben.


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