Der Ferieneffekt
Schon einmal vom Ferieneffekt gehört? Lehrer kennen diesen sehr gut. Kommen die Kinder nach den Ferien zurück in die Schule, scheinen sie alles aus dem vergangenen Halbjahr vergessen zu haben. Die Lehrer fassen sich entsetzt an den Kopf und beginnen erst einmal zu wiederholen.
Das ist der Ferieneffekt!
Harris Cooper von der Universität von Missouri in Columbia fand 1996 in einer groß angelegten Metastudie heraus, dass bereits vier Wochen Ferien, die Schüler wieder auf das Frühjahrsniveau zurückwerfen. Nur den Geist baumeln lassen, dass hilft Schülern nicht weiter. Doch was können Eltern Sinnvolles ihren Kindern anbieten?
Haben Sie schon einmal diese Saisonware Lernhilfe Discounter registriert? Jedes Jahr kurz vor den Sommerferien sind sie auf den Wühltischen zu finden. Scheinbar haben die Billigmärkte gemerkt, dass auch Eltern spüren, in den Ferien geht in dem Kopf meines Kindes etwas verloren. Doch machen solche Angebote Sinn? Wer darin blättert, stellt schnell fest, dass sie nicht unbedingt auf den Lehrplan abgestimmt sind.
Wenn Sie als Eltern den Eindruck haben, ihr Kind brauche mehr Lernstoff in den Ferien, weil es mit den Noten hapert, macht es mehr Sinn, zusätzliche Unterstützung mit dem Lehrer oder der Lehrerin abzustimmen und um einen guten Tipp zu bitten.
Allerdings: Arbeitshefte erinnern an den Schulbetrieb und begeistern nicht jedes Kind. Im Gegenteil: Sie können als zusätzliche Lernmaßnahme Kinder demotivieren. Eine solche extra Leistung auch extra zu belohnen - nach Absprache mit einem besonders tollen Ausflug oder einem Spielzeug - kann nicht verkehrt sein.
Sinnvolle Beschäftigung, die den Geist des Kindes in den Ferien beflügeln und nicht nach stupiden Lerneinheiten aussehen, zu finden, scheint gar nicht so einfach. Doch so schwer ist es nicht, den Alltag bunt und ansprechend zu gestalten. Hier sind einige Ideen für die Ferien:
Spielen: Ferienzeit ist Spielzeit und es gibt so viele verschiedene Arten von Spielen. Eine Legowelt aufbauen, die über Tage stehen bleiben darf. Draußen in der Natur rumtollen, dem Bewegungsdrang nachgehen. Oder drinnen am Tisch, Brettspiele spielen: Strategiespiele wie Dame, Mühle und Schach, Wissensspiele wie Trivial Pursuit oder das Spiel des Wissens für Kinder, Activity Spiele wie Tabu, Kartenspiele wie z. B Skibbo, Uno, Elferraus, Skat, Rommy. Es gibt so viele Spiele. Wer weiß, was Sie in dem Regal finden? Ein Spiel, dass zum letzten Geburtstag geschenkt und noch nie ausprobiert wurde? Wer kein Geld ausgeben möchte kann Spiele in der Bücherei ausleihen. Warum nicht mal Neue testen?
Lesen: Das A und O in den Ferien. Mit den Kindern gemeinsam in die Bibliothek gehen und ein Buch ausleihen oder sogar ein neues Buch kaufen. Kinder lesen lieber, wenn sie sich die Literatur selber auswählen durften. Lesestoff, der von den Eltern auferlegt wurde, liest sich meist schwerer. Kleinen Lesemuffeln hilft es, wenn sie die ersten Kapitel gemeinsam mit den Eltern lesen. Die Spannung, die Bindung an das Abenteuer braucht manchmal Zeit.
Ferientagebuch führen: Zugegeben, Jungs empfinden Tagebuch schreiben als eine Strafe. Aber der Auftrag besteht ja auch nicht darin, lange Aufsätze zu schreiben. Ein kurze Info über den Tag, verziert mit Aufklebern, Flyern, Tütchen, Zeichnungen, Fotos, Eintrittskarten usw., das macht dieses Buch lebendig und wird selbst für Jungen zu einem wunderschönen Andenken an diesen Sommer.
Sport: Fußball spielen auf dem Bolzplatz, kann mit Mama oder Papa zur großen Nummer werden. Eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen und die Erwachsenen jagen die Kinder. Welch eine Gaudi! Tischtennis, Federball, Inlinern, Waveboard fahren, oder Schwimmen gehen. Wer die überfüllten Bäder nicht leiden kann, sollte in den Abendstunden gehen, wenn die Massen raus sind. Plantschen in der Abendsonne ist ganz große klasse.
Bewegung: Die Nähere Umgebung erwandern. Kennen Sie die Naherholungsgebiete in ihrer Umgebung? Manchmal liegt das Gute so nah. Wie wäre es mit einer Stippvisite zum Fluss, und Papa und Sohn üben sich im Steine werfen? Mama kann das im übrigen auch. Oder ein schönes Picknick im Wald auf einer Lichtung. Die Brote schmecken auf einmal viel besser, die Äpfel saftiger und interessant ist, was man alles für Krabbeltiere entdeckt. Eine Fahrradtour in den nächsten Ort. Meistens ist diese gar nicht so weit, wie man immer dachte.
Ausflüge: Zoo, Museum, Erlebnispark, Indoor-Spielplatz, Ziele gibt es viele. Gute Tipps findet man im Internet. Schauen Sie doch einmal nach, was das Jugendamt ihrer Heimatstadt für Ratschläge gibt, wohin Sie mit ihrem Kind fahren könnten.
Ferienspiele: Die Jugendzentren vor Ort, Pfarreien und andere Verbände bieten in den Ferien Stadtranderholungen bzw. Ferienspiele mit gutem Programm an. Die Angebote sind abwechslungsreich – Sport, Werken, Basteln, Spielen und Ausflüge mit anderen Gleichaltrigen, da kommt keine Langeweile auf.












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