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Zeugnisse

21 Juni 2009 807 views No Comment

Ein ganzes Schuljahr lang gebüffelt und jetzt kommt in wenigen Tagen das Ergebnis schwarz auf weiß. Das Zeugnis. Manche Schüler freuen sich darauf, wissen sie doch was sie erwartet. Sie werden die guten Ergebnis stolz nach Hause tragen. Andere aber fürchten sich schon jetzt: Hat es gereicht? Wie werden meine Noten sein? Wie werden meine Eltern reagieren? Werde ich ihre Erwartungen enttäuschen? Werde ich viel Ärger bekommen?

Fällt das Zeugnis gut aus, machen wir Eltern uns allenfalls Gedanken darüber, ob wir die Noten belohnen sollten. Die Meinungen gehen hierbei weit auseinander. Die einen glauben, dass die guten Noten schon Lohn genug für die Schüler sind. Ein Geschenk oder gar Geld sei unnötig, denn schließlich lernt das Kind in erster Linie für sich selber. Die anderen vergleichen die Arbeit ihrer Kinder mir ihrem Job und betrachten den Einsatz als belohnungswert. Sie sehen die große Leistung, dass viel Zeit und Kraft von den Schülern investiert wurde. Ob es nun Geld oder ein Geschenk sein soll - auch hier gehen die Meinungen auseinander. Ein guter Kompromiss ist mit Sicherheit eine gemeinsame Familienaktion, ein Ausflug in einen Freizeitpark, ein Kinobesuch oder ein schönes Essen im Restaurant.

Schwieriger ist es für die Eltern, deren Kinder kein passables Zeugnis mit nach Hause bringen. Wie sollen sie darauf reagieren?

Blicken Sie entsetzt auf schlechte Noten, sollten Sie erst einmal Abstand gewinnen, tief Luft holen und Ihre Reaktion zurückhalten. Wenn das Gelesene gesackt ist, versetzen Sie sich in die Situation Ihrer Tochter, Ihres Sohnes. Kein Kind bringt gerne schlechte Noten nach Hause.  Hinterfragen Sie für sich: War es fleißig? Hat es gelernt? Hat es für seinen persönlichen Entwicklungsstand vielleicht sogar eine angemessene Leistung erbracht?

Und mit diesen Wissen im Hintergrund sollten Sie noch einmal das Zeugnis lesen.

Ein Zeugnis ist kein allgemeines Urteil über ein Kind.  Es gibt zunächst einmal Informationen über die Lernentwicklung im vergangenen Schuljahr. Ein Vergleich mit dem letzten Zeugnis zeigt vielleicht sogar Verbesserungen auf. Kinder sind unterschiedlich begabt. Das eine hat ein ausgeprägtes künstlerisches Talent, das andere ist ein Sportass, das dritte ein kleines Mathegenie. So unterschiedlich Kinder sind, so individuell sollten auch ihre Noten betrachtet werden. Eine “3″ in Deutsch kann für den eine Schüler schon eine gute Leistung sein, weil ihm die Rechtschreibung schwer fällt oder ihm Aufsätze nicht aus der Feder fließen.

Wie bereits gesagt, Kinder freuen sich selber nicht über schlechte Zeugnisse. Meistens sind sie damit unzufrieden, auch wenn sie es sich nicht anmerken lassen. Fragen Sie doch Ihr Kind, was es selber über das Zeugnis denkt. Fragen Sie nach, wie es zu diesen Noten gekommen ist, wo es seine Stärken sieht, wo seine Schwächen, was es selber für verbesserungswürdig hält und was es denkt, dafür tun zu können.

An einigen Schulen wird in diesen Tagen ein Bedarfselternsprechtag angeboten. Lehrer bieten noch einmal das Gespräch an, um den weiteren Weg ins nächste Schuljahr mit den Eltern abzustimmen, geben Tipps, ob das Kind sich in irgendeiner Weise auf das nächste Schuljahr vorbereiten soll, ob es evtl. sogar Nachhilfeunterricht benötigt. Weniger hilfreich ist es auf eigene Faust in den Ferien mit dem eigenen Kind zu pauken. Oft sind hier die elterlichen Ansprüche überzogen, es wird viel zu viel verlangt. Besser ist es die Hilfestellung der Lehrer zu suchen. Viele geben den Rat in erster Linie Ferien zu machen, aus ihrer Sicht haben auch Kinder ein Pause verdient. Andere geben zusammengestelltes Übungsmaterial im angemessenen Umfang. Schüler können weit aus besser akzeptieren, was ihr Lehrer für die Ferien aufgibt, als wenn Eltern mit einem umfangreichen Aufgabenpaket erscheinen. Das belastet nur die Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Und planen Sie das nächste Schuljahr gemeinsam mit Ihrem Kind. Wenn es Nachhilfeunterricht in bestimmten Fächern nötig hat, können Sie in den nächsten Wochen in Ruhe suchen.

Absolut wichtig ist es, dass Sie als Eltern im nächsten Schuljahr den Kontakt zu den Lehrern halten. In der Grundschule ist dies oft noch einfach. Aber auch in den weiterführenden Schulen ist der Kontakt zu den Lehrern noch möglich. Lassen sie sich Telefonnummern geben, vereinbaren Sie Beratungsgespräche. Besuchen Sie die Elternabende und Elternsprechtage. Es ist ganz im Sinne der Lehrer, wenn Sie wissen, dass ihre Schüler auch im Elternhaus den nötigen Rückhalt haben.

Und mit dem neuen Schuljahr wird auch ein Startschuss gesetzt. Eine neue Chance, die auch Ihr Kind nutzen kann.

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